17. Druck + Form in Sinsheim:
Marketinglösungen für Druckereien und ihre Kunden
Die Druck + Form 2011 zeigt, so erwartet nicht nur der Druckverarbeitungsspezialist Horizon, „spannende Neuheiten vor der Drupa 2012“. Aus Sicht von Horizon sind das „zukunftsweisende Lösungen aus den Bereichen Druckweiterverarbeitung und Veredelung, die es jeder Druckerei ermöglichen, das momentan wichtigste Ziel in der Weiterverarbeitung umfassend zu erreichen: ein Maximum an Kosten zu sparen und damit die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu steigern.“
D+F-Messespezialitäten
Dieses Ziel gilt natürlich nicht nur für die Weiterverarbeitung – aber bleiben wir noch bei ihr. „Durch die zunehmende Bedeutung des Digitaldrucks wachsen auch die Herausforderungen, die beim Schneiden von digital bedrucktem Papier entstehen“, erklärt Geschäftsführer Horst Hagedorn das Messe-Konzept seines gleichnamigen Unternehmens, das auf Maschinenmesser und Schleiftechnik spezialisiert ist. Die Raffinesse mancher Messeneuheit liegt, wie so oft, im Detail. Hagedorn: „Herstellern von Schneidmaschinen und Messern ist bekannt, dass sich der Pressdruck auf die Schneidlage wie ein Pilz nach unten verteilt und damit der Schnitt im unteren Bereich des Papierstapels immer instabiler wird. Angepasste Messerqualitäten und widerstandsfähige Schneiden sind hier der richtige Lösungsansatz.“
Hagedorns Messer mit einem neu entwickelten Schliff wirken dem physikalischen Gesetz der Druckverteilung entgegen. Der Microtom-Schliff kommt aus der Medizintechnik und wird schon lange für Schnitte bei der Untersuchung von gefrorenem Gewebe eingesetzt. Hagedorn: „Wir haben diesen speziellen Gefrierschnitt für die Messertechnik adaptiert.“
Noch weiter „hinten“, bei der Postverarbeitung, ist die Firma Kern angesiedelt. „Beim Druck von Direct Mailings und transaktionellen Postanwendungen sind der Datenabgleich und die Personalisierung der Schlüssel zum Erfolg. Marketingunternehmen, Druckzentren und Lettershops suchen nach Möglichkeiten für noch mehr zielgerichtete Marketinglösungen für ihre Kunden: zur Steigerung der Responseraten durch individuelle Gestaltung.“
Erstaunlicherweise sei in diesen digitalen Zeiten herkömmliche Post lebendig wie nie zuvor, da sie verbindet, was andere Medien nicht können. „Studien des US-amerikanischen Postdiensts ergaben, dass 56% der Bevölkerung denken, dass Post bekommen wirklich Spaß macht, 55% freuen sich darauf, die erhaltene Post zu entdecken, während 67% denken, dass Post persönlicher als Internet ist.“
Die individuelle Gestaltung von Briefen und Umschlägen mit gut erkennbaren Grafiken und Textinhalten erhöht die durchschnittlichen Responseraten. Kern-Geschäftsführer Rainer Rindfleisch: „Bisher war es jedoch sehr schwierig und manchmal sehr teuer, den Briefumschlag mit Texten und Abbildungen individuell zu gestalten. Aber das ist jetzt Vergangenheit. Stellen Sie sich die Möglichkeiten vor, gleichzeitig einen A4-Brief und seinen Umschlag in Farbe und mit variablen Abbildungen/Texten auf der Vorder- und/oder Rückseite in einem einzigen Vorgang zu drucken. Stellen Sie sich dann einen Prozess vor, der die gedruckte Nachricht in einen fertigen und individuell gestalteten Umschlag mit dem passenden Brief integriert, sodass dieser sogleich versandbereit ist. Genau das ist es, was unser EasyMailer anzubieten hat.“
Mit dem Farbmanagement nennt CGS listet ein weiteres Messethema: „Werbebotschaften werden zunehmend multimedial verbreitet, und selbst in den klassischen Printmedien reicht die Bandbreite heute vom konventionellen Offsetdruck über personalisieren Digitaldruck bis hin zum digitalen Großformat. Im Rahmen des Campaign Managements achten die Verantwortlichen immer mehr auf eine durchgängige und stets wiederholbare Corporate Identity und damit auf eine verbindliche Farbdarstellung. Auch auf digitalen Systemen wird mittlerweile eine mit dem Offsetdruck vergleichbare Qualität erwartet.“
Druckdienstleister haben erkannt, dass man die Werbetrommel rühren und über sein Unternehmen, seine Produkte und Leistungen berichten muss, um im Wettbewerb um knappe Werbebudgets zu bestehen. 37,7% planen mit neuen Maschinen und 36,6% beabsichtigen schwerpunktmäßig ins Internet und Web to Print zu investieren. Bei der Entscheidung, neue Maschinen anzuschaffen, planen ein Drittel der befragten Unternehmen mit Investitionen im Digitaldruck. Geplante Investitionen im Bereich Offsetdruck liegen bei 14,4%. Diese Ergebnisse korrespondieren mit den Wachstumsprognosen von 44% bis zum Jahre 2015 für den Digitaldruck, erklärt Jürgen Schellmann, Vorstand der Medien-Versicherung a.G.